Hausrunde Winzerkurven

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Text: Aparthotel Schwarzwald Panorama Bad Wildbad
Fotos: ADDI creare-imagos, Franz Kirchhoff

Wir starten vom „Aparthotel Schwarzwald Panorama“ Bad Wildbad. Wir, das sind mein Bruder Fritz, der unseren Fotografen Addi im PKW chauffiert, mein anderer Bruder Franz, Peter Zander und ich, Werner Kirchhoff.
Zuerst geht es in die bekannte Fahrtrichtung das große Enztal hinauf. Vor und hinter dem Kaltenbronn, direkt am Fuße des Schwarzwalds, liegen vier ausgewiesene Wanderparkplätze. An der L 76b bleiben wir an zwei Fotopunkten stehen, die einen herrlichen Blick in die Rheinische Tiefebene zeigen. Wir stehen dort, wo Württemberg aufhört und Baden anfängt, und sehen heute sogar den Gebirgskamm der Vogesen und den Rhein. Große Findlinge weisen gut sichtbar auf die Aussichtspunkte neben der Fahrbahn hin. Die reine und frische Luft ist eine Wucht und für sich schon eine Reise wert.
Schon geht die Fahrt weiter in Richtung Gernsbach. Es ist, wie so häufig, unser Tour-Fotograf Addi, der hier das Motiv vom Schloss Eberstein entdeckt.

Aus Funk und Fernsehen bekannt
Kurze Zeit später fahren wir in Richtung Forbach, vorbei an dem aus Funk und Fernsehen bekannten „Waldhotel Forellenhof“ und vorbei am Gasthof „Rote Lache“, beide sind immer eine Einkehr wert. Und bei den Giersteinen, das sind 160 Meter steil über der Murg gelegene Granitblöcke, lädt unser Fotograf abermals zu einem Foto-Shooting. Wer auf der Suche nach dem Glück ist, kann ebenfalls an diesen Felsbrocken fündig werden, denn an den Giersteinen befindet sich ein Rundwanderweg namens „Glücksweg“.

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Road Book

Kaltenbronn – Gernsbach – Schmalbach – Forbach – Raumünzach – Mehliskopf – Bühl – Neusatzeck - Unterstmatt – Sasbachwalden – Stadelhofen – Durbach – Kappelrodeck – Mitteltal - Igelsberg – Erzgrube – Bad Wildbad

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Unsere Augen und Sinne wissen nicht, was sie zuerst aufnehmen sollen: die kurvenreiche Strecke, die Sonnenspiegelungen im Fluss oder die wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft des Schwarzwalds. Den ersten Erfrischungs-Stopp legen wir an der Schwarzenbach-Talsperre ein. Hier am Staumauerkiosk befindet sich ein inoffizieller Biker-Treff.
Bei Mehliskopf kreuzen wir die berühmt-berüchtigte B 500. Berühmt, weil sie eine der schönsten Bundesstraßen des Schwarzwalds ist, und berüchtigt, weil hier leider jedes Jahr zahlreiche Biker verunglücken – weswegen die dritte Staatsgewalt gerade an den Wochenenden für unzählige Blitzer, Lasermessungen und Verkehrskontrollen sorgt.

In Bühlertal bekommen wir eine grandiose Aussicht am Aussichtspunkt Wiedenfels. Unsere WINZERKURVEN-Tour geht anschließend weiter in Richtung Bühl. Fritz erläutert uns: „In dieser Gegend entsteht nicht nur wegen des guten und sandigen Bodens so ein hervorragender Wein, sondern hier hast du natürlich auch ein tolles Klima mit besonders vielen Sonnenstunden, die für eine hohe Wein-Qualität extrem wichtig sind. Der Wein ist von der Sonne nicht verschont, sondern extrem verwöhnt.“ Und wenn eines für uns Motorradfahrer genauso wichtig ist wie für die Weinreben, dann sind das zahlreiche Sonnenstunden. Wenn man möchte, kann man hier auch noch einen Blick auf die Burgruine Alt-Windeck werfen.

Schnapsbrunnen an der Gaishöll
Wer im Bühlertal keinen Kaffee-Stopp einlegen will, kann diesen auf der romantischen Seeterrasse am Wildgehege neben der L 86 nachholen. Bei der Weiterfahrt ruft mir Pitty mit hochgeklapptem Visier zu: „Jetzt muss ich dir unbedingt etwas Besonderes an der Gaishöll zeigen.“
Und tatsächlich, ich bin beeindruckt: Hier gibt es einen Schnapsbrunnen. Für einen kleinen Kostenbeitrag kann man sich ein Gläschen genehmigen. Jetzt kenne ich wenigstens einen Ort in Deutschland, an dem ich für „einen schlappen Euro“ etwas Gehaltvolles bekommen kann.

Die „Gaishölle“
Das Wasser des Brandbachs stürzt hier durch eine enge Schlucht hinab, die „Gaishölle“ genannt wird. Auf diese Weise entstand eine wildromantische Waldschlucht mit vielen sehenswerten Wasserfällen. „Hölle“ ist ein althergebrachter Name für eine enge, wilde Gegend mit vielen Felsen und Steinen. Wer den circa 800 Meter langen Weg über 225 Stufen und 13 Brücken sowie den Höhenunterschied von 154 Metern hinter sich lässt, meint das Zuhause vom wilden Waldschrat, von grummeligen Trollen, verwunschenen Elfen und Baumgeistern oder sonstigen sagenumwobenen Wesen gefunden zu haben.
Weiter geht es nach Sasbachwalden, wo wir uns die Wasserfälle von Allerheiligen ansehen wollen. Über 83 Meter stürzt das Wasser hier laut tosend in sieben Kaskaden als beeindruckendes Wasserspiel hinab ins Lierbachtal.

Und jetzt kommen genau die 40 Kilometer, die dieser Motorrad-Tour erst den richtigen Namen verleihen und den WINZERKURVEN die Krone aufsetzen. Hier fährt man nämlich direkt durch die Reben hindurch, sieht Weinlage neben Weinlage – im Herbst eine atemberaubende Farbenpracht. Die Fahrt bringt uns durch Stadelhofen, gefolgt von Nussbach und weiter durch Durbach, dort, wo der große Durbacher Plauelrain von den namhaften Winzern der Weingüter Laible oder Männle ausgebaut wird. Weiter geht es über Oberkirch durch Ringelbach nach Kappelrodeck, dorthin, wo ebenfalls ganz bekannte Rotweine ihr Zuhause haben, zum Beispiel die Hex vom Dasenstein. Wieder oben auf dem Ruhestein, kreuzen wir erneut die B 500, fahren aber über die L 401 in Richtung Obertal.

Baiersbronn – acht MICHELIN-Sterne auf einem Fleck
Bergan fahrend, erreichen wir Baiersbronn, den Ort mit den meisten Sterne-Restaurants Deutschlands. Es gibt in unserem Land keinen Ort, der eine höhere Dichte an Sterne-Köchen aufweist als dieser. Ein Menü in der Schwarzwaldstube im Hotel „Traube Tonbach“ oder im Restaurant des „Hotels Bareiss“ oder dem Gourmetrestaurant „Schlossberg“ ist ein Gaumenerlebnis der Sonderklasse. Gemeinsam bringen sie es auf acht MICHELIN-Sterne! Doch wir sind heute nicht passend gekleidet bzw. meine „Marie“ für ein Sieben-Gänge-Menü nicht dick genug.

Zweiter offizieller Biker-Stopp
Ab Baiersbronn folgen wir der ebenso schönen wie kurvenreichen B 462, biegen aber in Heselbach rechts auf die L 409 in Richtung Igelsberg ab – so bleiben wir von der „Laserpistolen-verseuchten“ Straße verschont. Ab Igelsberg führt uns die Route über die L 362 zur Nagoldtalsperre. Hier besuchen wir den Biergarten vom „SEEHEINER“, dem zweiten inoffiziellen Biker-Stopp. Und schon ist der Kreis geschlossen und wir sind zurück am „Aparthotel Schwarzwald Panorama“ in Bad Wildbad.
Am Ende des Tages zählt der Kilometerzähler nur die nüchternen Kilometer, jedoch bei Weitem nicht den Heidenspaß, die unfassbare Freude, die positiven Eindrücke, die grandiosen Sehenswürdigkeiten und herrlichsten Landschaften des Schwarzwalds – genauso wenig wie die unzähligen Kurven in Schräglage, die wir genossen haben.